Berlin,
06.09.2017. Die
nächste Bundesregierung muss schnellstmöglich die richtigen Anreize für den
dringend benötigten Ausbau von
Gigabit-Anschlussnetzen in Deutschland setzen. Hierzu bedarf es einer
schlüssigen Gigabit-Strategie als Grundlage für die künftigen politischen und
regulatorischen Weichenstellungen in puncto Breitbandausbau.
Die
führenden deutschen Telekommunikationsverbände ANGA, BREKO, BUGLAS und VATM
sowie das FTTH Council Europe stellen auf dem heute in Berlin stattfindenden
dritten Symposium „Der Weg in die Gigabit-Gesellschaft“ vier zentrale
Anforderungen an die Breitbandpolitik der kommenden Bundesregierung vor. Die
Verbandspräsidenten Thomas Braun (ANGA), Norbert Westfal (BREKO), Theo Weirich
(BUGLAS), Martin Witt (VATM) und Ronan Kelly (FTTH Council Europe) sind sich
einig: „Deutschland, die stärkste Volkswirtschaft Europas, braucht flächendeckend Gigabit-Netze als
zentrale Zukunftsinfrastruktur.“
Flächendeckend verfügbare Glasfaseranschlüsse bis in alle
Gebäude (FTTB) oder bis direkt in die Wohnung (FTTH) sowie hybride
Glasfaser-Koax-Netze (HFC) stellen nicht nur die künftig erforderliche Infrastruktur
für Bürger und Unternehmen dar, sondern auch für die kommende
Mobilfunk-Generation 5G, die für den mobilen Einsatz zusätzlich benötigt wird.
Zentral aus Sicht der Branchenverbände: Die nächste
Bundesregierung muss klar auf echte Gigabit-Infrastrukturen setzen.
Übergangstechnologien auf Basis der alten Telefonleitung, also der
Kupferdoppelader, wie zum Beispiel Vectoring können die künftig unbedingt
erforderlichen Qualitätsparameter (symmetrische Bandbreiten, Verfügbarkeit,
Latenz, Zuverlässigkeit) nicht erfüllen. Vielmehr werden die Anforderungen an
Geschwindigkeit und Qualität in Zukunft stetig weiter zunehmen.
Mehr als 53 Prozent der Investitionen, die in den
vergangenen gut zehn Jahren in den Breitbandausbau investiert wurden, stammen
von den alternativen Netzbetreibern in Deutschland – insgesamt sind dies mehr
als 40 Milliarden Euro. Über 80 Prozent der heute verfügbaren Glasfaser-Anschlussnetze
(FTTB/FTTH) wurden von den Wettbewerbern errichtet. Auch die HFC-Netzbetreiber
haben begonnen, in die Aufrüstung auf den Gigabit-Standard DOCSIS 3.1 zu
investieren. Zudem waren und sind die Ausbauaktivitäten der alternativen
Wettbewerber ein starker Treiber für Investitionen des Ex-Monopolisten Deutsche
Telekom. Sie werden auch der entscheidende Anreiz für die Telekom sein, in
Zukunft selbst in echte Glasfasernetze zu investieren.
Mit mehr als 80 Prozent Marktanteil im Anschlussbereich
verfügt die Deutsche Telekom auch heute noch über eine marktbeherrschende
Stellung und darf daher auch künftig nicht pauschal aus der Regulierung
entlassen werden. Aufgrund der bestehenden Marktverhältnisse sprechen sich
ANGA, BREKO, BUGLAS, VATM und FTTH Council Europe ausdrücklich gegen eine
Ausweitung der Regulierung auf alle Marktteilnehmer (symmetrische Regulierung)
aus. Diese würde den Aufholwettbewerb der alternativen Netzbetreiber
beeinträchtigen und Investitionen in die dringend benötigten Zukunfts-Infrastrukturen
erheblich gefährden.
„Regulierung dient dazu, den möglichen Missbrauch
beträchtlicher Marktmacht zu verhindern. Die kommende Bundesregierung muss sich
daher sowohl hierzulande als auch auf EU-Ebene im Rahmen der derzeit laufenden
Überarbeitung des TK-Rechtsrahmens für einen langfristig berechenbaren und
stabilen Regulierungsrahmen einsetzen“, unterstreichen die Präsidenten der fünf
Branchenorganisationen. Der beste ordnungspolitische Rahmen sei der, der einen
vielfältigen Wettbewerb ermöglicht, ein Höchstmaß an Innovationen und
Investitionen hervorruft und den Kundennutzen maximiert.
Auch die Vergabe von Fördermitteln muss künftig zwingend
auf die Errichtung von Gigabit-Anschlussnetzen ausgerichtet werden. Ein Überbau
bereits vorhandener Gigabit-Infrastrukturen muss dabei verhindert werden.
Anstelle des bisherigen 50-MBit/s-Ausbauziels muss die Politik ein
weitsichtiges Gigabit-Ziel bis zum Jahr 2025 definieren.
„Wir
werden den Ausbau mit Gigabit-Netzen auch in Zukunft in erster Linie eigenwirtschaftlich
stemmen“, betonen die Verbandspräsidenten Braun, Kelly, Weirich, Westfal und
Witt. „Dort, wo ein Ausbau jedoch nicht wirtschaftlich realisierbar ist, ist
eine zielgerichtete Förderung mit klarem Fokus auf Gigabit-Glasfaser-Infrastrukturen
sinnvoll und notwendig.“
Das gemeinsame Thesenpapier
steht auf den Internetseiten der Verbände zum Download zur Verfügung. Außerdem
finden Sie es im Anhang der Versandmail mit der Pressemitteilung.
Pressekontakte:
ANGA Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e. V.
Jenny Friedsam, Leitung
Presse & PR
Nibelungenweg 2, 50996
Köln
Tel.:
+49 221 390
900-0
Fax: +49 221 390 900-99
E-Mail:
jenny.friedsam@anga.de
Internet: www.anga.de
BREKO – Bundesverband Breitbandkommunikation
e. V.
Marc Kessler, Leiter Presse-/Öffentlichkeitsarbeit und
Mitgliederkommunikation
- Hauptstadtbüro -
Invalidenstr. 91, 10115 Berlin
Tel.: +49 30 58 58 0-411
Fax: +49 30 58 58 0-412
E-Mail: kessler@brekoverband.de
Internet: www.brekoverband.de
BUGLAS – Bundesverband
Glasfaseranschluss e. V.
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Eduard-Pflüger-Straße
58, 53113 Bonn
Tel.: +49 228 909045-10
Fax: +49 228 909045-88
E-Mail: heer@buglas.de
Internet:www.buglas.de
FTTH
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E-Mail: aurelie.bladocha@ftthcouncil.eu
Internet: www.ftthcouncil.eu
VATM – Verband der Anbieter von Telekommunikations- und
Mehrwertdiensten e. V.
Corinna Keim, Leiterin
Kommunikation und Presse
Frankenwerft 35, 50667
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Tel.: +49 221 37677-23
Fax: +49 221 37677-26
E-Mail: ck@vatm.de
Internet: www.vatm.de